„Alles andere als normal“ – Eine ungewöhnliche Lesestunde in der 5E4

„Scheiße, bin ich normal.“

Ach du liebes bisschen! Solche Ausdrücke in der Schule? Und die Deutschlehrerin sitzt ungerührt daneben?

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5E4 staunen nicht schlecht, dass ein Autor in seinem Roman solche Worte benutzt und sich auch noch traut, das Ganze vorzulesen! „Die Sprache der Figuren ist ja wie im richtigen Leben!“, kommentieren einige Kinder im Anschluss an die Lesung.

Jörg Isermeyer ist eben ganz nah dran an seinem Helden Lukas Erdmann,  eine der Hauptfiguren in Isermeyers Jugendroman „Alles andere als normal“. Lukas ist 12 Jahre alt, ein großer Star-Wars-Fan und er möchte einmal Schriftsteller werden. Seine Mutter meint dazu nur, dass er sich dann aber besser ausdrücken müsse. Na ja, was Mütter halt so meinen. Und dass sie ihn dauernd auf dem Handy anruft und ihn an alles Mögliche (und Unmögliche) erinnert, macht Lukas‘ Leben auch nicht gerade einfacher.

Eine ungeahnte Wendung nimmt Lukas‘ Alltag, als er Jule kennenlernt. Die Umstände sind schon mal alles andere als normal, denn Jule hat sich ein „Beschatterspiel“ ausgedacht, das Lukas gleich in gehörige Schwierigkeiten mit einem völlig humorlosen 1,90-Meter-Muskelpaket bringt. Zum allergrößten Vergnügen der Zuhörerinnen und Zuhörer natürlich! Denn Jörg Isermeyer versteht es, seine Charaktere und ihre Besonderheiten durch seinen Lesevortrag lebendig werden zu lassen. „Der hat echt gut vorgelesen“, lobt Leon den Autor dann auch. Man glaubt fast dabei zu sein, wenn Lukas und Jule durch Berlin streifen, obwohl Lukas sich doch eigentlich fest vorgenommen hatte, die „Mistkröte“ Jule auf gar keinen Fall mehr wiedersehen zu wollen.

Die Schülerinnen und Schüler bekommen viel zu lachen bei diesen ungewöhnlichen Stadttouren. Aber merkwürdig ist es schon, dass Jule so gar nichts von sich erzählen will und auch nicht möchte, dass Lukas sie besucht. Auch hier findet der Autor den treffenden Ton, wenn er Jule von ihrem Alltag erzählen lässt. Dann wird klar, dass viele Kinder gar nichts dagegen hätten, ein ganz normales, geregeltes Leben zu führen. „Man merkt schon, dass Jule sich alleine fühlt.“, ist Louisas Eindruck nach der Lesung. Richtig spannend wird es, als die beiden Kinder eines Nachmittags auf einer ihrer Beschattungstouren eine gefährliche Entdeckung machen. Aber wie diese Sache ausgeht, hat Jörg Isermeyer natürlich nicht verraten. Als Entschädigung gibt es aber noch ein Lied, denn der Autor war nicht immer Autor, sondern hat eine Zeitlang auch als Straßenmusiker die Städte Europas bereist. „Dass er auch Privates und Persönliches erzählt hat, hat mir gut gefallen.“, meint Lucas.

Völlig klar, dass dieser Roman sowohl einen Platz in der Schulbibliothek als auch in der Klassenbibliothek der 5E4 bekommt. Unsere Empfehlung: Unbedingt lesen!

PS: Die Lesestunde fand im Rahmen der Autorenlesungen des Friedrich-Bödecker-Kreises statt. Ein Dankeschön auch auf diesem Weg an den Förderverein des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, der den Kostenanteil dafür übernimmt.